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Zivilcourage kann jeder

Zivilcouragekampagne mit Regina HalmichIn Niedersachsen gibt es viele verschiedene Zivilcourage-Aktionen: Auf Plakaten fordern Prominente zu mehr Zivilcourage auf, Polizisten üben mit Bürgerinnen und Bürgern den Ernstfall oder bilden Schulbusbegleiter aus, Kommunen vergeben Preise an besonders couragierte Helfer.

Prominente werben für mehr Zivilcourage
Um aufzuklären und zu zeigen, wie man richtig hilft, ohne sich in Gefahr zu bringen, hat die Polizei in Goslar gemeinsam mit dem WEISSEN RING, der Goslarschen Zeitung, dem Fotostudio Photogeno und dem Cineplex-Kino eine Zivilcouragekampagne ins Leben gerufen: Eine Plakatserie mit den Gesichtern von mehr als 40 prominenten Schauspielern, Sportlern, Politikern, Unternehmern sowie Bürgerinnen und Bürgern aus dem Landkreis Goslar, die in kurzen Statements dazu auffordern, den „Notruf 110“ zu wählen, darunter auch die Boxweltmeisterin Regina Halmich.
Die Hildesheimer Polizei wirbt mit selbst entworfenen T-Shirts für mehr Zivilcourage. Auf der Vorderseite der Shirts ist das Logo der niedersächsischen Aktion „Zivilcourage hat viele Gesichter – Zeig deins“ zu sehen, auf der Rückseite ein Hinweis auf die Website www.aktion-tu-was.de. Die Shirts kommen bei verschiedenen Anlässen zum Einsatz: Die Spieler der Eintracht Hildesheim beispielsweise trugen sie beim Spiel gegen Schwerin in der 2. Handballbundesliga. Im Anschluss erhielt die Hildesheimer Tafel, die von den Spielern signierten Shirts, um sie für soziale Zwecke zu versteigern. Beim Wedekindlauf in Hildesheim trugen Polizisten das Shirt und machten auf die Zivilcourageaktionen aufmerksam.

Preise für couragierte Bürgerinnen und Bürger
Mit einem Preis ehren die Städte Wilhelmshaven und Delmenhorst besonders couragierte Bürgerinnen und Bürger. In Wilhelmshaven wurde der Preis 2011 zum ersten Mal vergeben, er geht auf eine Initiative der örtlichen Polizei, der Presse und den Verein Kommunale Prävention zurück. Preisverleihung war am „Tag der Zivilcourage“, der seit 2010 in ganz Niedersachsen stattfindet und an dem sich Schulen, Städte, Gemeinden und weitere Aktionspartner mit vielfältigen Aktionen und Veranstaltungen beteiligen.
In Delmenhorst ehrt der Kriminalpräventive Rat der Stadt bereits seit 2001 alljährlich Bürgerinnen und Bürger, die durch mutiges und beherztes Eingreifen eine Straftat verhindert oder einem Opfer geholfen haben. Begleitend finden verschiedene Aktionen statt.

Zivilcourage im Alltag
Wie kann ich helfen, wenn jemand angegriffen wird, ohne mich selbst in Gefahr zubringen? Antworten auf diese Fragen erhalten Braunschweiger Bürgerinnen und Bürger in dem kostenlosen Workshop „Zivilcourage im Alltag“, den die örtliche Polizei anbietet. Ziel ist, den Teilnehmern Mut zu machen, in brenzligen Situationen zu handeln und einzugreifen. Sie lernen, selbstbewusst aufzutreten und üben verschiedene Vorgehensweisen, um Übergriffe zu unterbrechen und das Opfer aus der Gefahrenzone zu holen. Auch für Lehrerinnen und Lehrer eignet sich der Workshop. Sie können das Gelernte an ihre Schützlinge weitergeben.
In Bad Pyrmont erproben Bürgerinnen und Bürger ebenfalls in Rollenspielen Handlungskonzepte für den Ernstfall. Die Polizei will den Teilnehmern ermöglichen, sich bei Übergriffen für andere mutig einzusetzen und nicht wegzuschauen. Mit einer Ausstellung sowie Info-Veranstaltungen, zum Beispiel an Schulen, wirbt die Polizei gemeinsam mit dem Präventionsrat und dem Berufsförderungswerk (BFW) zusätzlich für mehr Zivilcourage. 
Einen echten Übergriff spielten drei Laienschauspieler 2010 in Rinteln in der Vorweihnachtszeit mitten auf der Straße nach: Drei Jugendliche bedrängen einen Gleichaltrigen und treten ihn auch noch, als er auf dem Boden liegt. Organisiert hat das Schauspiel der Präventionsrat der Stadt in Zusammenarbeit mit der Rintelner Polizei, die mit den Passanten im Anschluss an das Schauspiel über deren Verhalten sprach. Einige von ihnen waren stehen geblieben, andere hatten sich abgewendet. Es gab aber auch Passanten, die beherzt eingriffen und die Aggressoren festhielten. Zusätzlich verteilte die Polizei Plakate der „Aktion-tu-was“ in den Geschäften der Stadt, um für mehr Zivilcourage zu werben. Bäckereien erhielten "Zivilcourage-Tüten" für die Brötchen. 
In Wolfsburg können Schülerinnen und Schüler seit 2002 eine Ausbildung zum Schulbusbegleiter absolvieren. Trainer der Wolfsburger Verkehrs GmbH (WVG) und der örtlichen Polizei bilden die Teilnehmer in mehreren Unterrichtseinheiten gemeinsam aus. Ziel ist, Selbstbewusstsein und Zivilcourage der jungen Menschen zu stärken und ihr Sozialverhalten in Schule und Familie positiv zu beeinflussen. In Rollenspielen lernen sie, wie sie sich in schwierigen Situationen einschalten und körperliche Gewalt und Sachbeschädigungen vermeiden.

Aktionsplakat Regina Halmich